Was sind Faszien?

Der Begriff Faszie ist vom lateinischen Wort „fascia“ (Binde oder Bandage) abgeleitet und ist umgangssprachlich unter dem Begriff Bindegewebe bekannt. Seit dem ersten internationalen Faszienkongress im Jahr 2007 in Boston, u.a. mit Faszienexperte Dr. Robert Schleip, ist der neue Begriff Faszie in aller Mund und steht im Mittelpunkt zahlreicher Forschungen.

Woraus bestehen Faszien?

Faszien sind feine, zähe bindegewebige Häute, die wie ein dreidimensionales Netz unseren gesamten Körper durchziehen. Die menschlichen Faszien umhüllen alle Muskeln, Knochen, Organe und Nervenzellen im Körper und sorgen somit dafür, dass bei jeder Bewegung die einzelnen Körperteile aneinander vorbeigleiten und an ihrem Platz bleiben. Zusätzlich fungieren Faszien als Boten zwischen den Muskelfasern und sorgen dafür, dass wir die Muskelkraft überhaupt erst nutzen können. Dabei wird die Spannungsenergie zwischen den Sehnen und Knochen gespeichert und bei Entspannung schlagartig wieder freigegeben.

In den Faszien enthalten sind u.a. sogenannte Fibroblasten. Sie produzieren unterschiedliche biochemische Stoffe, wie Elastin und Kollagen (Kollagenfasern). Elastin sorgt für Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit, die Kollagenfasern hingegen verbinden sich zu festen Strängen. Faszien sorgen somit für Halt und Festigkeit, aber auf für Beweglichkeit und Flexibilität.

Wo sind Faszien im Körper?

Faszien können grob in drei unterschiedliche Arten eingeteilt werden:

1.       Oberflächliche Faszien

Oberflächliche Faszien befinden sich direkt unter der Haut und dienen als Puffer. Wissenschaftler vermuten, dass die oberflächliche Faszie als Kommunikationssystem fungiert und somit Schmerzen, die wir im unteren Rücken empfinden von einer Verspannung im Oberschenkel oder im Nackenbereich ausgelöst werden kann.

2.       Tieferliegende Faszien

sie umschließen die Muskulatur, Knochen und Gelenke, sowie Sehnen, Bänder und Kapseln. Insbesondere besitzt die tiefe Faszie zahlreiche Nervenenden, die Signale an das Gehirn senden.

3.       Viszerale Faszien

Die Hauptaufgabe viszeraler Faszien ist die Befestigung der inneren Organe im Körper, sodass diese auch bei Bewegungen an Ort und Stelle bleiben.

Die unterschiedlichen Faszienarten sind jedoch nicht voneinander zu trennen. Sie bilden ein zusammenhängendes Netz durch unseren Körper und gehen nahtlos ineinander über. Sie können dabei sehr dünn oder auch bis zu mehreren Millimeter dick sein. Zusätzlich sind sie mit sympathischen Nervenendigungen besetzt und stellen somit eine ständige Kommunikation zu unserem Autonomen Nervensystem und unserem Gehirn her, beispielsweise zu unseren Muskeln, Organen oder der Atmung. Daher spricht man bei den Faszien auch von dem größten Sinnesorgan des Menschen. Sie speichern Wahrnehmungen und sammeln dadurch Erinnerungen wie beispielsweise Schmerzen oder Stress.

Wie muss man sich eine Faszie vorstellen?

Zur besseren Vorstellung der Faszie, lässt sie sich am Beispiel einer Orange sehr gut beschreiben. Sie ist die feine, weiße Faser, die die einzelnen Orangenstücke fest zusammenhält und die einzelnen Schnitze im Inneren voneinander trennt und umhüllt.

Was macht Faszien so besonders?

Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse erlauben es uns Faszien unter dem Ultraschall zu betrachten. Viele bahnbrechende Erkenntnisse konnten gewonnen werden. Wie beispielsweise, dass Faszien sich unabhängig von Muskeln zusammenziehen können und sie deutlich mehr Schmerzrezeptoren und Bewegungssensoren als Muskeln und Gelenke besitzen. Kein Wunder also, dass oft verklebte Faszien Auslöser für chronische Schmerzen sind.

 

Was kann ich bei Faszienschmerzen tun ?

Die Schmerzen entstehen durch Ausstrahlungen von verklebten  Faszien.  Um die Verklebung zu lösen empfehlen wir folgende Therapien:

Bewegung und Sport 

Bewegung und Sport sind eine mögliche Faszien-Therapie. Meist ist es zu wenig Bewegung im Alltag oder zu gleichförmige  Bewegungsabläufe die Faszien verkleben lassen. Wie beispielsweise langes, sitzendes Arbeiten am Computer, wo auch die Hand immer gleiche Bewegungen mit der Maus ausführt.  Bewegung und Sport schaffen hier schnell Abhilfe und lassen die  Faszien wieder geschmeidiger werden. Besonders gut eignen sich Yoga und Thai Qi.

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